29.08.2002: Trier-Ehrang, Kyllbrücke: Kesselwagen mit Gefahrgut entgleist und in Brand geraten

Güterzug entgleist - Explosionsgefahr abgewendet

TRIER. (gsb/red) Vorsichtiges Aufatmen in Ehrang: Nach dem Entgleisen von vier Kesselwagen eines Güterzuges in dem Trierer Stadtteil hat die Feuerwehr die beiden brennenden und mit Gefahrgut beladenen Waggons gelöscht. Explosionsgefahr besteht offenbar nicht mehr, verletzt wurde nach bisherigen Angaben niemand. Angrenzende Häuser waren vorsorglich evakuiert und der Stadtteil und die umliegenden Autobahnen und Straßen weiträumig gesperrt worden. "In und um Ehrang herrscht Chaos", beschreiben Augenzeugen die Verkehrssituation.

Die Bergungsarbeiten auf der Bahnstrecke zwischen Trier und Schweich dauern weiterhin an. Derzeit ist Feuerwehr mit dem Abpumpen des Gefahrstoffes beschäftigt. Die Polizei bittet die evakuierten Bürger um Verständnis, dass während der Bergungsarbeiten, die bis in den späten Abend dauern können, die Evakuierungs- und Absperrmaßnahmen im Bereich Ehrang weiterhin bestehen bleiben müssen.

Gegen 13 Uhr am Donnerstag waren auf der Strecke Trier-Koblenz an der Kyllbrücke vier Kesselwagen eines aus Frankreich kommenden Güterzugs mit 17 Waggons entgleist - möglicherweise wegen einer falsch gestellten Weiche. Zwei der Kesselwagen waren mit Isopropyl-Benzen, einer farblosen Flüssigkeit, beladen, das sich entzündete. Drei Stunden hatten die Berufsfeuerwehr und mehrere umliegende Wehren alle Hände voll zu tun, die Waggons zu löschen. Luftmessungen ergaben keine bedenklichen Werte. Unklar ist nach Angaben der Polizei Trier derzeit noch, ob die Flüssigkeit, die aus den Kesselwagen auslief, zu Umweltbeeinträchtigungen führen kann. Die Schadenshöhe steht ebenfalls noch nicht fest.

Wohnhäuser in der Nähe der Unglücksstelle wurden evakuiert und Straßen gesperrt. Die 10 000 im Stadtteil lebenden Bewohner wurden aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten, in den Häusern zu bleiben und im Freien nicht zu rauchen.

Betroffen von dem Zugunglück ist die Bahnstrecke Trier-Koblenz. Interregio-Züge und einzelne Nahverkehrszüge fahren nach Angaben der Deutschen Bahn AG nur bis Wittlich Hbf und wenden dort nach Koblenz. Einzelne Nahverkehrszüge enden und beginnen in Schweich. Da die Oberleitung und die Gleise stark beschädigt wurden, wird die Streckenunterbrechung längere Zeit dauern. Die Moselstrecke Trier-Koblenz zwischen Schweich und Trier wurde gesperrt. Zwischen Trier und Wittlich verkehren zusätzliche Busse. Der Bahnverkehr auf der Strecke Trier-Gerolstein-Köln ist nicht betroffen.

Die Sperrung der Unglücksstelle führte auch zu weitreichenden Behinderungen im Straßenverkehr. Auch die A 602 zwischen Trier-Ehrang und Trier sowie die B 52 sind teilweise gesperrt.

Um 13.03 Uhr hatten Mitarbeiter des Ehranger Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes in der Franziskusstrasse einen lauten Knall bemerkt, der von einer herabstürzenden Oberleitung an der Bahnstrecke Trier-Koblenz im Kreuzungsbereich Laacher Weg/Franziskusstrasse herrührte. Ein Arbeiter, der dort am Regionalbahn-Haltepunkt arbeitete, wurde von der Oberleitung fast getroffen. Infolge des Stromverlustes kam der auf dem Gleis fahrende Zug zum Stehen.

Nachdem sie die Feuerwehr-Leitstelle benachrichtigt hatten, fuhr die DRK- lerin Tahere Sadegh mit Kollegen in einem Rettungswagen sofort zu der Unfallstelle, von der eine starke Rauchentwicklung ausging. Schaulustige, darunter viele auf dem Heimweg befindliche Schulkinder, wurden von den DRK-lern in Sicherheit gebracht und von den sich bildenden meterhohen Flammen ferngehalten. Etwa eine Stunde nach dem Unfall war Ehrang weiträumig abgesperrt, es kam zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen und Rückstaus.



INTERNET: http://www.intrinet.de (Trierischer Volksfreund)

Brand nach schwerem Bahnunfall gelöscht

Nach dem Bahnunfall in Trier-Ehrang hat die Feuerwehr die brennenden Gefahrgut-Kesselwagen gelöscht. Die Warnungen vor Explosionsgefahr und giftigem Rauch seien aber weiterhin gültig und die Absperrungen blieben bestehen, so die Polizei. Die Bergung der Wagen mit dem feuergefährlichen Isopropylbenzen wird bis in den späten Abend andauern.

Mehrere Güterwaggons waren am Donnerstag gegen 13.00 Uhr entgleist, dabei gerieten zwei in Brand. Die Waggons hatten nach Angaben eines Bahnsprechers Isopropylbenzol

geladen, das nicht mit Wasser gelöscht werden dürfe. Die Feuerwehr Trier erstickte den Brand mit Schaum. Die Bahnstrecke Koblenz-Trier musste ebenso gesperrt werden wie Teile der A 620 und der B 52. Es wurde ein Buspendelverkehr eingerichtet. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei wurden Menschen nicht verletzt. In Trier-Ehrang hatte die Polizei anliegende Häuser geräumtund 100 Menschen evakuiert, da der Rauch schädlich sein könne. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, die Fenster zu schließen. Die Unfallursache ist noch unbekannt.

INTERNET: http://www.swr.de

Folgende Kräfte waren ausserdem noch im Einsatz:

BF Trier, LZ Olewig, LZ Ehrang, LZ Pfalzel, LZ Biewer, LZ Euren, LZ Zewen, LZ Ruwer, LZ Kürenz, LZ Irsch, LZ Mitte, THW Hermeskeil, FW Saarburg, FW Hermeskeil, FW Waldrach, FW Schweich, FW BASF-Ludwigshafen

Nähere Informationen zum ausgetretenen Gefahrgut

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